Gegen den Abstieg alles probiert

Die U17-Juniorinnen der Würzburg Dragons treten den Weg in die Landesliga an. In einer durchwachsenen Saison mit kurzem Hoffnungsschimmer hat es am Ende zum Klassenerhalt in der Bayernliga nicht gereicht. Die Vorbereitungen für einen Neustart in der Landesliga laufen bereits auf Hochtouren.

Zu Beginn der Saison hatte der SC Würzburg für seinen Nachwuchs das Ziel der Stabilisierung in der Bayernliga ausgegeben. Hierfür sah sich der Verein gut gerüstet und hatte gehofft, trotz der schwierigen Startbedingungen im Sommer des letzten Jahres die Spielklasse halten zu können.

Denn der Start für die U17-Dragons war alles andere als einfach. Erst in buchstäblich letzter Sekunde konnte die Spiellizenz der U17-Juniorinnen gerettet werden. Der vormalige Verein ETSV Würzburg sah sich finanziell nicht in der Lage, den Spielbetrieb zu finanzieren. So recht freigeben mochte der Verein die Lizenz aber auch nicht, so dass es unter anderem eines Elternappells bedurfte, um die Spielklasse zu retten.

So startete das Team um Trainer Dieter Kölbl und Alexander Russ im Grunde ohne Vorbereitung in die mit Bayern München, Schwaben Augsburg und dem FC Ingolstadt stark besetzte Bayernliga und konnte in der Hinrunde nur fünf Punkte einfahren. Zu groß war der Leistungsabstand der Unterfränkinnen zum Rest der Liga, lediglich die Reserve des 1. FC Nürnberg hatte es punktlos noch schwerer erwischt.

In der Rückrunde kam mit dem 3:0-Sieg gegen die direkten Abstiegskonkurrentinnen aus Erlangen und dem starken 2:1-Erfolg gegen den seinerzeit Tabellenzweiten aus Weinberg wieder etwas Hoffnung auf den Ligaerhalt auf. Auch gegen die Spitzenreiter und Bundesliga-Aufsteiger aus Augsburg erkämpften sich die Würzburgerinnen ein respektables 0:1. Immerhin acht Punkte brachte die Rückrunde ein, letztlich jedoch ein Sieg zu wenig für den Klassenerhalt.

Mit verantwortlich hierfür war ein erhebliches Verletzungspech der Dragons. Mit Jasmin Göthel fiel früh in der Saison die Top-Torschützin aus, Maike Götzelmann im Tor musste einen Großteil der Rückrunde verletzungsbedingt passen. Zum Auswärtsspiel in Passau konnten die Würzburgerinnen gar nicht erst antreten, acht ärztlich attestierte Ausfälle musste der SC Würzburg melden. Das hinderte Passau nicht an einer Anzeige beim Sportgericht, dass die Schuld für den Ausfall bei den Unterfränkinnen sah und die Punkte den Niederbayern gutschrieb.

„Es war die erste Saison einer U17-Bayernliga in unserem Verein und ich hoffe, es ist die verrückteste Spielzeit, die wir je erleben müssen“, fasste Vereinsvorstand Heinz Reinders die kuriosen Erfahrungen zusammen. „Die Spielerinnen haben sich wirklich für den Klassenerhalt aufgeopfert und alles gegeben. Dass es am Ende nicht gereicht hat, ist wirklich bitter“.

In der kommenden Saison geht es also in der Landesliga an den Neuaufbau des Leistungsteams, die Planungen hierfür sind bereits im vollen Gange. „Wir können einen breit aufgestellten Kader mit sehr guten Spielerinnen präsentieren, die von einem sehr guten TrainerInnen-Team betreut werden“, freut sich Reinders auf den Neuanfang. Schließlich soll diese Saison nicht die letzte Bayernliga-Erfahrung der Dragons gewesen sein.

(Foto: Paul Zottmann, Spielszene gegen FC Bayern München)