Bayern zeigen klare Grenzen auf

Eine herbe Niederlage mussten die U17-Juniorinnen des SC Würzburg auf dem Campus des FC Bayern München verkraften. Das 5:0-Endergebnis zeigt deutlich den neuen Trend professioneller und finanzieller Förderung des weiblichen Fußballs auf.

„Alles, was wir uns vorgenommen hatten, ist wie eine Seifenblase zerplatzt“, resümierte Dieter Kölbl das Spiel auf dem neuen Campus des FC Bayern. Der U17-Trainer des SC Würzburg mit Jugend-Elite-Lizenz musste über 80 Minuten mit ansehen, wie groß die Unterschiede zwischen der Förderung finanzstarker Vereine und einem ehrenamtlich geführten Verein aus Unterfranken mittlerweile selbst in der Bayernliga sind.

Konnten die Würzburgerinnen dem FC Bayern in der letzten Saison noch einen 2:1-Sieg abringen, so haben die Münchner in dieser Saison ihr Konzept neu ausgerichtet und selbst für ihre U17-2 zahlreiche überregionale Talente an die Ingolstädter Straße gelotst. Entsprechend dominant und erfolgreich haben die Münchnerinnen von Beginn an ihr Spiel aufgezogen. Den Auftakt machte Vanessa Maier in der 13. Minute mit dem 1:0, die ungehindert den Ball zum 1:0 über die Linie drücken konnte. Davon zunächst noch unbeeindruckt kamen die Würzburgerinnen ins Spiel und mit einigen Spielzügen auch vor das Münchner Tor. Das Volleytor nach Querpass durch Lisa Städtler in der 34. Minute markierte jedoch bereits die Wende im Spiel.

Auch wenn Laura Gerst nach Wiederanpfiff den Anschlusstreffer auf dem Fuß hatte, standen die Gastgeberinnen insgesamt stabil in der Defensive, beherrschten ein zügiges Umschaltspiel im Mittelfeld und eine große Auswahl an offensivstarken Spielerinnen, wie die Torschützenliste verrät. Noch zwei Mal Lisa Städtler in der 53. sowie 54. Minute und schlussendlich Linda Penski in der 68. Minute waren die logische Folge der ehrblichen Überlegenheit.

Die Würzburgerinnen leisteten sich viele Fehlpässe im Spielaufbau und ermöglichten damit den Münchnerinnen zusätzlich weitere Chancen. „Wir müssen den Schalter nun für die kommenden Spiele umlegen. Das Team kann sich selbst aus dieser Lage herauskämpfen“, bleibt Kölbl trotz des Ergebnisses optimistisch. Auch der Vereinsvorstand teilt diese Sichtweise. „Wir wissen zum Beispiel aus unserer wissenschaftlichen Studie, dass das Zweitspielrecht sportlich völliger Unsinn ist. Es zerhackt uns einen Kader, der sehr talentiert ist und die Spielerinnen wollen angreifen“, so Reinders kritisch gegenüber dem Bayerischen Fußball-Verband. „Fußball ist eine Teamsportart, die man nicht zeitgleich auf zehn verschiedenen Plätzen trainiert. Da gehören schon alle Spielerinnen auf den gleichen Platz“.

Bereits am kommenden Sonntag sind die Nürnbergerinnen beim SC Würzburg zu Gast, da gilt es, wertvolle Punkte gegen den Abstieg zu sammeln.